Ich erinnere mich noch an meinen ersten Zumba-Kurs. Ich stand ganz hinten im Studio, ein wenig versteckt. Mein Herz klopfte. Ich war nervös, weil ich nicht wusste, was ich erwarten sollte.
Der erste Schritt? Ein Desaster. Ich war KOMPLETT aus dem Rhythmus. Alle anderen schienen zu wissen, was sie taten. Ich war verloren.
Aber dann passierte etwas: Die Trainerin merkte meine Verwirrung und lächelte mich an. Nicht herablassend – unterstützend. Und plötzlich war es okay, verloren zu sein.
Der unkoordinierte Anfang
Mein größtes Problem damals: Ich konnte meine Füße und Hüfte nicht synchronisieren. Das ist nicht ungewöhnlich für Anfänger. Aber für mich war es demütigend.
Ich dachte: „Alle hier sind so koordiniert. Ich bin die Einzige, die nicht weiß, was sie tut."
Das ist die erste Lüge, die man sich als Anfänger erzählt. Jeder Anfänger fühlt sich unkoordiniert. Jeder. Es ist nicht spezifisch für dich.
Die ersten 3 Monate – der Kampf
Ich trainierte 2x pro Woche. Jedes Mal war es das Gleiche: Verwirrung, Frustration, dann – gegen Ende – ein Moment der Klarheit.
Während der dritten Woche merkte ich: Meine Körperbewusstsein verbesserte sich. Nicht die Koordination – aber die Bewusstsein. Ich merkte, wo mein Körper war, auch wenn die Bewegung noch falsch war.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Viele Menschen geben auf, wenn sie nicht sofort besser werden. Aber besser wird man, wenn man sich BEWUSST wird – auch wenn die Bewegung noch nicht perfekt ist.
Der Wendepunkt – als ich verstanden habe, was Zumba ist
Nach etwa 2 Monaten hatte ich einen Moment. Meine Trainerin spielte einen Salsa-Song, und plötzlich – KLICK. Ich verstand den Rhythmus. Ich verstand, wie man sich zur Musik bewegt – nicht zur Trainerin schaut.
Und in diesem Moment dachte ich: „Ich könnte das unterrichten."
Nicht, weil ich plötzlich perfekt war. Sondern weil ich verstanden hatte, was die Trainerin tat – sie war nicht perfekt, sie war präsent. Sie verband sich mit der Musik und mit uns.
Der Weg zur Lizenzierung
Nach 6 Monaten regulären Trainings meldete ich mich zu einem Zumba-Lizenzprogramm an. Es war ein 2-Tage-Workshop, dann ein Online-Kurs, dann noch mehr Workshops.
Was war überraschend? Dass es nicht „schwer" war, sondern „präsent" zu sein. Die besten Zumba-Trainer sind nicht die, die alle Choreografien perfekt können. Sie sind die, die Freude ausstrahlen.
Mein erster eigener Kurs
Ich werde nie diesen Tag vergessen. Ich stand vorne, alle anderen saßen. Und mein Gehirn war: „PANIK. ALLE AUGEN AUF DIR."
Ich machte Fehler. Ich vergaß Schritte. Ich wiederholte eine Choreografie zweimal, weil ich die Zeit falsch einschätzte.
Aber wisst ihr was? Am Ende des Kurses kamen zwei Frauen zu mir und sagten: „Danke. Das war großartig."
Nicht perfekt. Großartig. Das war der Unterschied, den ich nicht verstanden hatte. Es geht nicht um Perfektion. Es geht um Präsenz.
Was ich als Trainerin von Teilnehmerinnen gelernt habe
Jetzt, nach 4 Jahren als Trainerin, weiß ich: Die beste Trainerin ist nicht perfekt. Sie ist verletzlich.
Wenn ich in meinen Kursen einen Fehler mache, lache ich. Meine Teilnehmerinnen sehen, dass Fehler okay sind. Das ist therapeutischer als die beste Choreographie.
Ich habe auch gelernt: Es gibt viele Arten zu tanzen. Einige Menschen sind Perfektionisten. Einige sind Freude-Maximalisten. Einige sind ängstlich. Und alle gehören in einen Zumba-Kurs.
Botschaft an dich als Anfängerin
Wenn du denkst: „Ich bin zu unkoordiniert. Ich bin zu alt. Ich bin zu unsicher" – ich war genau da.
Und jetzt unterrichte ich andere, die genau das fühlen. Und wisst ihr, was ich sehe? Nicht Unfähigkeit. Ich sehe Mut. Ich sehe Menschen, die bereit sind zu versuchen.
Der Weg vom ersten Kurs zur Trainerin ist nicht kompliziert. Es ist einfach: Zeige auf, wieder auf, nächste Woche.
„Ich bin mit Julias Kursen angefangen und war terrified. Jetzt trainiere ich seit 18 Monaten und – unglaublich – ich unterrichte an meinem Gym. Danke, Julia, für alles."
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